„Und wie macht man jetzt Babys?“ Aufklärung deluxe.

„Wo bleibt mein Bruder? Du hast gesagt, wenn man sich ganz doll lieb hat, dann bekommt man ein Baby. Jetzt hast du den HerrnRaufuss ganz doll lieb und einen Bruder habe ich immer noch nicht.“

Das blonde Mädchen ist empört, immerhin haben wir ja geheiratet weil wir uns lieb haben und jetzt wartet und wartet sie und nichts passiert. Als diese Frage vor ein paar Monaten schon einmal aufkam, habe ich mir mit einer kleinen Notlüge geholfen. Jette hat mir mal erzählt, dass ihre Töchter glauben, dass Babys vorher Sterne im Himmel sind und sich ihre Familie genau aussuchen. Wenn man stirbt, dann wird man wieder ein Stern und sucht sich eine neue Familie aus. Das hat bis jetzt ganz gut funktioniert. Aber. Wie kommt der Stern dann in den Bauch? Wie kommt das Baby da genau wieder raus und warum haben Mädchen eine Mumu?

Um mal wieder Mutter des Tages zu werden, kaufe ich ein Aufklärungsbuch und nehme mir vor, alle Fragen des Kindes vernünftig zu beantworten. Wir lesen also Peter, Ida und Minimum. Wir schauen uns die Geschlechtsteile an, stellen fest, dass die Mädchen in dem Buch tatsächlich so aussehen wie das Kalinchen und Mama Raufuss. Wer hätte das gedacht. „Mama, das weiss ich doch alles. Du hast ne Mumu, ich hab auch eine und die Männer haben Penisse. Aber wie kommt das Baby jetzt in den Bauch?“ Da ist er also. Dieser eine Moment. Ich atme nochmal tief ein und erkläre ihr dann, dass der Penis steif werden kann. Natürlich nur, wenn man sich lieb hat und beide das auch möchten. Wenn der Penis steif ist, dann können Frau und Mann miteinander schlafen, weil der Mann den Penis in die Scheide stecken kann.

Große Augen gucken mich an, schauen ins Buch und man kann das rattern im Kopf des Kindes fast hören. „Das ist alles? Und dann sucht sich der Stern seine Mama aus und kommt aus dem Penis?“ Das Buch wird zugeklappt.

Wenig später sitzen wir beim Abendessen. „Mama, ich hab jetzt mal nachgedacht. Das ist doch ih. Also das mit dem Penis.“ Ich muss mir das lachen verkneifen und stimme ihr zu. „Weißt du, für Mamas und Papas ist das gar nicht so ih.“ Sie beißt in ihr Brot und die braunen Augen werden wieder ganz groß. „Was machen wir denn, wenn du ein Baby bekommst und das nachts rauswill? Das war ja in dem Buch auch so. Dann bin ich ganz alleine und ich kann mein Brot nicht alleine machen.“ Ich bin sofort total gerührt, worüber sich das blonde Mädchen so ihre Gedanken macht. Wir vereinbaren, dass wir dann sofort unsere Lieblingsnachbarn anrufen und sie auf keinen Fall alleine ist. Oder wir reden mit ihrem Bruder, dass der nur auf die Welt kommt, wenn das Kalinchen in der Schule ist. Sie ist beruhigt und hakt das Thema für heute wieder ab.

Warum sie unbedingt einen Bruder haben möchte, ist mir jedoch bis jetzt nicht klar. Ich werde das dann mal so an die Sterne weitergeben, das hat sie sich gewünscht. Denn schließlich haben Mamas ja auch die Telefonnummer von allen wichtigen Personen: Nikolaus, Christkind und Osterhase. Ich werde dann jetzt mal die Nummer der Sternenzentrale suchen diese Wünsche genauso durchgeben.

Wann habt ihr eure Kinder aufgeklärt und wie alt waren sie?
FrauRaufuss

PS: Ich bin nicht schwanger 😉

4 Kommentare zu “„Und wie macht man jetzt Babys?“ Aufklärung deluxe.

  1. Bei uns fragt Noah auch ganz viel. Bisher gibt er sich mit der Antwort zu frieden, dass Mama und Papa dafür Zeit alleine brauchen und sich ganz doll lieb haben müssen.

    Er hat aber auch schon beschlossen, dass er kein Mädchen sein will. Weil das Baby passt doch niemals durch die Scheide raus 😀

  2. Ganz wichtig ist es, die richtigen Ausdrücke zu verwenden. Sie weiß, dass Jungs einen Penis haben. Warum spricht sie bei sich dann von einer Mumu statt Scheide oder Vagina?
    Gib mir gute Worte, damit ich mich klar ausdrücken kann. Damit ich mich nie schämen muss. „Das da unten“ ist nichts, was ich umschreiben oder verniedlichen muss. Mit starken, eindeutigen Worten beginnt jede aufrichtige Aufklärung.

  3. Aufklärungsgespräche finden bei uns immer ganz früh morgens statt, nämlich genau dann, wenn der steife Penis nicht in die Unterhose passt und sich die Söhne darüber beschweren, dass der Penis morgens immer steht. Was soll man da als Mutter schon groß sagen, vor allem wenn der Ausruf kommt: „Wieso ist der steif? Das ist voll doof!“ Der große Sohn war ca. 5, der kleine war 7.

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