Eltern sein und Paar bleiben. 

Gefangen im Familienleben.

HerrRaufuss telefoniert mit einem alten Schulfreund und lässt die letzten Monate Revue passieren. Keine ausgiebigen Action Abenteuer mehr, keine Partys von freitags bis sonntags, keine durchtanzten Nächte mehr, keine spontanen Ausflüge und jede Menge Abstriche. Im ersten Moment bin ich schockiert und traurig. Doch dann wird mir bewusst, dass es tatsächlich so ist. Für mich ist dieses „Aufgeben“ nie so bewusst gewesen, ich orientiere mich wohl immer daran, was ich Neues dazu gewonnen habe.

Veränderungen

Natürlich tanze ich nicht mehr durch sämtliche Clubs der Stadt und muss meine Freizeit an das Kalinchen anpassen. Dadurch hat sich einiges verschoben und verändert. HerrRaufuss kommt mehr und mehr im Familienleben an. Für ihn ist das alles neu und er merkt erst jetzt, dass das Aufgeben von alten Gewohnheiten nichts schlechtes ist und er viele neue Dinge gewonnen hat. Ein Kind, dass voller Energie sprudelt und ihm abends immer genau erzählen muss, was es erlebt hat. Ein Kind, dass samstags ins Bett hüpft und kontrolliert ob er noch da ist und auf Mama aufpasst. Ein Kind, dass ihn in Sekunden zum Lachen bringen kann und ihm gezeigt hat, dass Eltern sein wohl das Schönste auf der Welt ist.

Eine Frau, die ihm das Familienleben schmackhaft gemacht hat und ihm jeden Tag zeigt, dass es schön ist, wenn jemand auf den anderen wartet. Dass Probleme auf zwei Schultern getragen werden und, dass gemeinsame Zeit unbezahlbar ist.

 

Eltern sein und Paar bleiben

Trotz all der wichtigen Zeit zu dritt, lernen wir gerade, dass wir nicht nur Eltern sind sondern auch ein Paar. Das hat zwischenzeitlich, durch den Umzug und meinen Unfall, ein wenig gelitten. Uns ist aber beiden bewusst, dass eine funktionierende Beziehung Arbeit ist und jeden Tag beachtet werden muss. Wir sprechen unsere Sorgen und Ängste offen an, dass ist nicht immer einfach und bietet Potential für Diskussionen. Daran wachsen wir aber und das ist ganz wichtig. Wenn wir zu Hause alleine sind und das Kalinchen bei ihrem Papa ist, gehen wir abends immer eine Runde spazieren. Dann reden wir über unseren jeweiligen Alltag, dass was uns gerade beschäftigt oder über relevante Absprachen. Mir persönlich tut das Laufen so gut, dass ich mir angewöhnt habe mindestens einen Weg am Tag zu laufen. Seitdem wir regelmäßig reden und spazieren, finden wir wieder mehr zueinander. Denn eins wollen wir auf keinen Fall, ein Paar sein, dass sich nur durch das Kind oder die Kinder identifiziert. Wir wollen ein Paar sein, dass sich durch die Gefühle für den anderen identifiziert. Und deswegen machen wir am Wochenende auch eine Date Night. Mit essen gehen, aufbrezeln, tanzen und schmachtenen Blicken. Das muss man nämlich zwischendurch einfach mal machen. Oder aber wir sitzen, wie ein altes Ehepaar, auf der Couch und genießen die Zeit zu zweit. Die Sache mit dem Eltern sein und Paar bleiben hab ich schon einmal ordentlich gegen die Wand gefahren, wir haben damals einfach nicht auf uns geachtet. 

Angst

Davor habe ich oft Angst. Der Alltag kann so viel kaputt machen. Ständig bin ich mit meinen Gedanken in meinen Aufgabenlisten, muss dieses und jenes organisieren und hier nochmal schnell was machen. Dann muss das Kind zur Musikschule, zum Fußballtraining oder hat hier und da einen Termin. Zwischendurch schreit der Haushalt meinen Namen und mein Arm meldet, dass er dringend Ruhe braucht. Dann bin ich müde, will meine Ruhe und mit niemandem mehr reden. Das ist genau der falsche Weg. Wenn es mir so geht, dann spreche ich das an und wünsche mir gerade nur ein Ohr von HerrnRaufuss. Oder aber eine Umarmung und das Gefühl, dass ich nicht mehr alleine bin und jemand da ist, der mich unterstützt.

Ob das der Schlüssel zum Glück ist? Wie macht ihr das? Habt ihr Tipps?
FrauRaufuss

2 Kommentare zu “Eltern sein und Paar bleiben. 

  1. Du hast Recht, es ist nicht immer einfach… und ob es einen Schlpssel zum Glück gibt? Ich glaube es gibt nicht den einen Schlüssel – sondern so viele Unterschiedliche, wie es auch unterschiedliche Menscheb gibt.

    Ich für mich/uns finde auch das miteinander sprechen wichtig und das einem bewusst ist, dass man an einer Beziehung auch arbeiten muss und dies auch tut. Und es wird doofe Phasen geben, die einen auch verzweifeln lassen… aber wenn beude sich lieben und an der Beziehung festhalten wollen, dann übersteht man diese auch.

    Allerdings suchen wir auch jetzt nach 15 Jahren Beziehung und 3 Jahren Eltern sein immer mal wieder einen Weg um auch weiterhin Paar zu bleiben…mal mehr, mal weniger gut.

    LG

  2. Charlotte

    Eine ganz wichtige Sache, Paar bleiben… Mein Mann und ich schaffen es nicht… vier Kinder, mein Mann Vollzeit berufstätig, wenn ich abends die kleinste ins Bett bringe schlafe ich meistens mit ein. Freie Wochenenden haben wir nicht.
    Wir wissen wie es sein sollte, aber mit mehreren Kindern und ohne Hilfe- einfach nicht drin.
    Eine Lösung ist nicht in Sicht. Außer vielleicht das alle Kinder größer werden… aber bis dahin haben wir uns schon so voneinander entfernt… es ist einfach traurig.
    Gebt gut auf euch acht. 🙂

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