„Bald bin ich ein Erdmännchen!“ Das Kind will in die Schule. #Autogespräche

„Mama, weißt du, heute habe ich gelernt wie das heißt wenn man in die Schule kommt. Ab dem Sommer bin ich ja ein Wackelzahn und danach wird man dann ein Erdmännchen.“ Ich muss mir das laute Lachen verkneifen und bin entzückt über dieses süße Mädchen auf den hinteren Plätzen. Das Thema Schule ist neuerdings jeden Tag ein Thema und wenn es nach dem Kind gehen würde, wäre sie schon längst eingeschult. Mir geht das fast alles zu schnell, hatte sie nicht erst gestern ihren ersten Tag in er Kita?

„Bert, weißt du Erdmännchen sind doch die Tiere im Zoo, die Oma so unglaublich witzig findet. Wenn man in die Schule geht ist man ein I-Männchen.“
„Boah, Mama. Ich will aber ein Erdmännchen sein und das heißt so. Du weißt wieder gar nichts.“ Gut, dann ist das Kind ab nächstem Sommer eben ein Erdmännchen.
Seit wir umgezogen sind und unsere Wunschschulen in unmittelbarer Umgebung liegen, reden wir oft über die Einschulung. Das Kalinchen freut sich jeden Tag mehr darauf, einen Rucksack auszusuchen und endlich rechnen zu lernen. Und weil sie später mal Kinderärztin werden will, hat sie schon versprochen „unglaublich gut“ aufzupassen.

Ich kann mich noch gut an meine Einschulung erinnern. Ich trug ein blaues Kleid, Sandalen mit Socken (uaaah) und meine Zahnlücken verschönerten mein Lächeln. Auf meiner Schultüte waren bunte Pferde und auf meinem Tornister flog Bibi Blocksberg durch die Gegend. Ich war sehr aufgeregt und konnte diesen Tag kaum erwarten. Daher kann ich ihre Vorfreude so gut verstehen. Mir geht das aber trotzdem viel zu schnell. Hallo? Ich muss mir ab dem Sommer Schulen angucken und mein kleines Mädchen wird spätestens ab nächstem Herbst die abendlichen Geschichten selber vorlesen.

„Und in der Schule Mama, da mach ich dann alles alleine. Du bringst mich auch nur zur Tür. Wenn es ganz doof da ist, dann musst du aber trotzdem mitkommen.“ Der Wunsch nach Selbstständigkeit und „lalleine“ machen bringt mich im Alltag oft an den Rande meiner Nerven. Dann dauert das Schuhe anziehen gefühlt den halben Tag und das Brot sieht nach dem Schmieren ziemlich verboten aus. Und dieser kleine Wurm will ganz alleine in die Schule und auf keinen Fall darf Mama ihr ein Küsschen geben, das solle ich mir doch endlich mal merken. (In der Kita darf ich das auch nicht immer, das ist nämlich „Ober-baby“)

Wie es mir dabei geht? Ich bin total erstaunt, wie schnell das jetzt aufeinmal ging. Ja, ich weiss, dass sagt jede Mutter. Aber genau so ist es. Wir müssen uns Schulen angucken, wichtige Entscheidungen treffen und das unser Leben wird sich wiedermal komplett verändern. Und dann bin ich eine Schul-Mama. Eine, deren Kind nur noch bis vor die Schule gebracht werden will. Eine, die Hausaufgaben erklären darf und sich jetzt schon auf die vielen kleinen geschrieben Briefe freut. Und eine, die sich nicht vorstellen kann, auf einem Elternabend in der Schule zu sitzen. Es wird also auch für uns als Eltern ein spannendes Abenteuer. WARUM GEHT DAS SO SCHNELL?

Halten wir also fest: das Kind wird ein Erdmännchen, Mama darf keine Küsse mehr verteilen, der Tornister muss auf jeden Fall mit Superhelden sein, bloß kein Rosa-Schischi, nachmittags muss man sich IMMER verabreden und Hausaufgaben sind „pupi“. Ich glaube das Kind hat das System verstanden 😉

FrauRaufuss

ps: das Kind trägt hier übrigens eins hier von tausendkind, die Marke heisst zoolaboo. Endlich mal eine Marke mit coolen Designs und ohne Glitzer !

1 Kommentar zu “„Bald bin ich ein Erdmännchen!“ Das Kind will in die Schule. #Autogespräche

  1. Was für ein schöner Bericht in dem ich mich total wiedergefunden habe! 🙂
    Mir ging es damals fast genauso mit den Gefühlen, Ängsten, der Tatsache dass die Zeit einfach UNGLAUBLICH rast und ich einfach nicht fassen konnte wie schnell die Mäuse groß werden!
    Bei meinem Sohn war alles noch etwas aufregender als bei meiner Tochter zwei Jahre später. Da ist ja auch für uns Eltern alles neu und wir werden in die Schulsituation ins kalte Wasser geschmissen obwohl wir uns natürlich schon monatelang, jahrelang! darauf vorbereitet habe. Ich habe Infoveranstaltungen noch und nöcher besucht, mich mit Freundinnen, Kollegen, Nachbarn ausgetauscht und war danach immernoch genauso schlau. Wobei ich sagen muss, der Wechsel von der Kita zur Grundschule ging eigentlich relativ entspannt. Da war nur die Frage: wie nah ist die Schule, welche Kinder aus der Kita kommen mit, kommt der beste Freund mit? Und alles war gut bei meinem Sohn. Er war immer sehr entspannt. Ganz anders als bei meiner Tochter später, hat er sich selber garnicht so viel Gedanken gemacht, von Lese und Schreibambitionen ganz zu schweigen. Hauptsache aus der Kita raus und cool sein 🙂
    Natürlich habe ich ihn in den ersten beiden Jahren schön rumkutschiert und mit dem Auto hingefahren und abgeholt. Bis er dann eines Tages meinte: Mama, ich will mit dem Roller fahren. ALLEINE.
    Herzschlag. Ausgesetzt. Durchgeatmet. Ok. Alleine mit dem Roller….
    Aber ich habe gelernt, sobald das Kind selbst andeutet nicht mehr am Rockzipfel hängen zu wollen, dann muss man doch versuchen loszlassen. Und was soll ich sagen, ich habs überlebt 🙂
    Natürlich mit Tränen in den Augen und wild winkend bis er nur noch ein kleiner Punkt hinten an der Strasse war als er das erste Mal mit zwei Nachbarkindern losgerollert ist. Und natürlich auch totaler Mutterstolz. Mein Baby wird groß!
    Bei meiner Tochter war alles etwas anders. Ich habe sie genau 1 Woche zur Schule gefahren und ab dann wollte sie nur noch mit dem großen Bruder rollern. Schneller Abschiedskuss an der Tür und weg waren sie. Und es hat garnicht wehgetan. Ich war froh über die schnelle Selbständigkeit und die Möglichkeit, dass sie das lernen konnte solange der große Bruder noch mit in der Schule ist.
    Abgeholt wird sie allerdings nach wie vor ab und zu mal von mir, da kann ich einfach nicht aus meiner Haut 🙂
    Mittlerweile ist mein Sohn schon in der 5ten Klasse und geht auf eine weiterführende Schule und meine Tochter rollert weiterhin mit zwei Nachbarkindern in die Schule. Und freut sich immer wenn es regnet oder es in der Winterzeit noch so dunkel ist, dass ich spontan beschließe sie doch schnell rüberzufahren. Selbständig mit kleinen Ausnahmen 🙂
    Diese Ausnahmen genieße aber auch ich ab und zu. Doch nochmal erinnert werden, dass sie doch nicht soooo groß sind wie sie manchmal tun.
    Mein Sohn hatte letzte Woche zwei Tage keine Schule wegen den mündlichen Abiprüfungen an der Schule. Auf meine Frage ob ich die zwei Tage Urlaub nehmen muss um bei ihm zu sein kam die Antwort: Aaaaaalter! Mama! Ich bin doch kein Baby mehr!
    Das nur zum Thema schnell groß werden :-))

    lg
    Hiyeun

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